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Forschung: Bewegung, die zurückgibt, was Krankheit nimmt

Als Kognitionswissenschaftler an der Universität Wien und als Feldenkrais-Praktiker bewege ich mich zwischen zwei Welten, die selten zusammengedacht werden: der wissenschaftlichen Frage, wie Körper und Selbst zusammenhängen — und der praktischen Arbeit, Menschen dabei zu begleiten, diese Verbindung wieder zu spüren.

Stefan M. Schneider vor dem Banner der Universität Wien

Aktuelles Projekt: Parkinson — Moving the Conversation

Parkinson ist die am schnellsten wachsende neurologische Erkrankung weltweit, bis heute nicht heilbar. Medikamente und operative Eingriffe können den Verlauf verlangsamen — aber sie erreichen nicht alles, was die Krankheit nimmt. Denn Parkinson verändert nicht nur Bewegung, Atem, Mimik und Stimme. Mit der Zeit verändert sich auch etwas Leiseres: das Gefühl, noch ganz präsent, noch ganz man selbst zu sein. Viele Betroffene beschreiben das als eine Art innere Entfremdung — nicht nur der Körper wird enger, auch das Selbstgefühl.

Genau hier setzt unser Projekt an. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team — Psycholog:innen, Kognitionswissenschaftler:innen, Feldenkrais-Lehrenden, Filmschaffenden und, ganz zentral, Menschen mit Parkinson selbst — entwickeln wir ein vierwöchiges Bewegungsprogramm auf Basis der Feldenkrais-Methode. Der Ansatz: nicht Korrektur, nicht Anstrengung, sondern feines Wahrnehmen, Entdecken und Wiederverbinden mit dem eigenen Körper.

Meine Ausgangsvermutung: Die meisten ergänzenden Therapien zielen darauf, körperliche Funktion zu erhalten. Das Programm, das ich im Team mitentwickle, zielt auf etwas, das oft übersehen wird — das erlebte Körper- und Selbstgefühl, das Parkinson still untergräbt. Wer seine Körperwahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit zurückgewinnt, gewinnt oft mehr als nur weniger Symptome: die Erfahrung, wieder stärker man selbst zu sein.

Ein dokumentarisches Filmprojekt begleitet den gesamten Prozess — es hält nicht nur fest, was passiert, sondern wie es sich anfühlt. Der Film wird später öffentlich gezeigt und eröffnet ein Gespräch zwischen Teilnehmenden, der Parkinson-Community, Fachleuten und einer breiteren Öffentlichkeit.

Interdisziplinärer Forschungsworkshop: Menschen an Tischen, Poster an Stellwänden
Aus dem interdisziplinären Team rund um die Pilotstudie.

Das Team

Das Projekt entsteht in einem interdisziplinären Team an der Universität Wien: Psycholog:innen, Kognitionswissenschaftler:innen, Philosophie und künstlerische Forschung arbeiten zusammen mit Menschen mit Parkinson.

  • Matthew Pelowski· Psychologie · Projektleitung
  • Bence Szaszkó· Psychologie
  • Stefan M. Schneider· Kognitionswissenschaft
  • Blanca Spee· Psychologie
  • Thieme Stap· Philosophie
  • Ruth Anderwald· Künstlerische Forschung
  • Leonhard Grond· Künstlerische Forschung

Gefördert durch Seed Funding der Universität Wien, 2026.

Embodied und enaktive Kognitionswissenschaft · Phänomenologie der Körperwahrnehmung · Bewegungslernen · somatische Bewegungspraktiken · mentale Vorstellung · First-Person-Methoden · künstlerische Forschung

Du bist über die Studie hier gelandet?

Das Programm, das in der Studie entwickelt wurde, biete ich auch außerhalb davon an — als kurze Online-Einzelstunden, mehrmals pro Woche, ohne Anfahrt.

Zum Parkinson-Angebot

Warum das für dich relevant sein könnte

Wenn du selbst betroffen bist oder Angehörige:r:

Dieses Projekt entsteht nicht über, sondern mit den Menschen, um die es geht — als gleichberechtigte Partner:innen im Forschungsprozess, nicht nur als Teilnehmende.

Wenn du in der Gesundheitsversorgung arbeitest:

Ziel ist ein wissenschaftlich geprüftes, Feldenkrais-basiertes Programm, das sich mit vergleichsweise geringem Aufwand und ohne aufwändige Infrastruktur in bestehende Behandlung integrieren lässt — als kosteneffiziente Ergänzung, die Würde, Ausdruckskraft und Selbstgefühl in den Mittelpunkt stellt.

Wenn du selbst forschst — Embodied Cognition, Bewegungswissenschaft, partizipative Forschung:

Ich freue mich über Austausch und Kooperation. Das Projekt ist bewusst klein und dialogorientiert angelegt, als Grundlage für eine größere, international vergleichende Folgestudie.

Wie es weitergeht

Dieses Pilotprojekt ist der erste Schritt. Als Nächstes: größere Gruppen, mehrere Entwicklungszyklen, eine umfassendere wissenschaftliche Auswertung — und der Vergleich mit anderen Ansätzen wie Physiotherapie, Tanz, Theater oder kunstbasierten Therapien. Langfristig interessiert mich besonders, ob sich das Modell auf andere neurodegenerative Erkrankungen übertragen lässt.

Meine Forschungsschwerpunkte

  • Embodiment
  • Körperwahrnehmung und -bewusstsein
  • Imagination und mentale Vorstellung
  • somatisches Lernen
  • Kreativitätsforschung

Häufige Fragen zum Projekt

Kann Feldenkrais bei Parkinson etwas bewirken?

Genau das untersuchen wir. Die Ausgangsüberlegung: Die meisten ergänzenden Angebote zielen darauf, körperliche Funktion zu erhalten. Unser Programm richtet sich auf etwas, das seltener beachtet wird — das erlebte Körper- und Selbstgefühl. Ob und wie stark das wirkt, ist Gegenstand der laufenden Pilotstudie. Belastbare Aussagen gibt es erst nach der Auswertung.

Ist das Programm eine Behandlung oder ein Ersatz für Medikamente?

Nein, ausdrücklich nicht. Das Programm ersetzt keine medizinische Behandlung und keine Medikation. Es ist eine Bewegungs- und Wahrnehmungspraxis, die daneben steht.

Muss ich an der Studie teilnehmen, um das Programm zu machen?

Nein. Das Programm, das in der Studie entwickelt wurde, biete ich auch unabhängig davon an — als kurze Online-Einzelstunden, mehrmals pro Woche, ohne Anfahrt.

Wie läuft eine Online-Einzelstunde ab?

Etwa 30 Minuten, mehrmals pro Woche, bei Ihnen zuhause. Sie liegen oder sitzen, ich leite Sie durch eine Bewegungssequenz. Keine Anfahrt, keine Vorbereitung, kein Leistungsdruck.

Ich bin Angehörige oder Angehöriger — kann ich mitmachen?

Sprechen Sie mich an. Das Projekt entsteht ausdrücklich mit den Menschen, um die es geht, nicht über sie.

Ich arbeite in der Gesundheitsversorgung. Gibt es Material für Fachpublikum?

Ja. Der offizielle Projekteintrag der Universität Wien ist verlinkt, und für Kooperationen und fachlichen Austausch erreichen Sie mich direkt über das Kontaktformular.

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